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18.12.2018
Demokraten fallen nicht vom Himmel – Demokratiebildung ist Aufgabe der Schule

Position des LISUM zur Demokratiebildung in der Schule

(c) Jörg Schäfer

"Demokratie braucht überzeugte und engagierte Demokraten", so die Kultusministerkonferenz (KMK) am 11.10.2018 (vgl.1).

Demokratie muss nicht nur gelebt und gepflegt, demokratisches Handeln muss auch gelernt und eingeübt werden und zwar vom Kindesalter an. Schulischer Alltag und Unterricht leisten hierfür einen wesentlichen Beitrag. Dabei geht es einerseits um das Wissen, Verstehen und Erkennen gesellschaftlicher und politischer Prozesse und andererseits darum, in diesen selbst kompetent und handlungsfähig zu werden. Kinder und Jugendliche sollen in der Schule lernen, eigene Meinungen zu finden, sie begründend zu formulieren und damit ihre Rolle als Bürger*innen eines demokratisch verfassten Staates zu finden.

Dieses Verständnis liegt den schulgesetzlichen Erziehungs- und Bildungszielen und den darauf basierenden schulischen Rahmenlehrplänen für Berlin und Brandenburg zugrunde. Der Unterricht hat deshalb die Aufgabe, verschiedene Sichtweisen aufzuzeigen, die ihnen zugrunde liegenden Wertvorstellungen zu thematisieren und hier Kontroversen zuzulassen. Verschiedene Perspektiven einzubeziehen ermöglicht den Lernenden, individuelle begründete Urteile zu gesellschaftlichen und politischen Themen zu entwickeln und die Pluralität unterschiedlicher Meinungen als Bereicherung zu erkennen und zu akzeptieren.

Schule ist nicht wertneutral. Die Wertsetzungen des Grundgesetzes und der Landesverfassungen sind Grundlagen für das staatliche und politische Handeln und setzen Maßstäbe zur Beurteilung des staatlichen wie politischen Handelns und Argumentierens. Nicht zuletzt geht es im Unterricht daher immer auch um Fragen nach Gerechtigkeit, der Teilhabe und der nachhaltigen Entwicklung.

Schulen erfüllen als „demokratische Erfahrungsräume“ (KMK) ihren Bildungsauftrag, indem sie insbesondere im Unterricht, in Projekten und in der schulischen Mitbestimmung die aktive Mitgestaltung der Lernenden fördern und sich auch gegenwärtiger gesellschaftlicher Herausforderungen annehmen. Sie wenden sich dem Verfassungsauftrag folgend gegen Diskriminierung sowie gegen die Befürwortung von Gewalt und treten für das Gleichheitsrecht der Menschen ein.

Aktuell

Bildungsangebote

  • Vom LISUM mitentwickelte Grundwerte-Curricula mit Unterrichtsbausteinen zu den Themen Demokratie und Menschenrechte.
  • Die „Begegnen-Reihe“ der Bundeszentrale für Politische Bildung zeigt in unterschiedlichen Formaten auf, wie Diskriminierung begegnet werden kann und wie stereotype Aussagen entkräftet werden können. In kurzen Erklärfilmen wird aufgezeigt, wie sich Betroffene bei Ausgrenzungen fühlen.
  • Bildungsmaterialien für die Schule (u. a. zu Menschen- und Kinderrechten) des Deutschen Instituts für Menschenrechte.
  • Schulleben und Unterricht demokratisch gestalten. Methodenkompendium des Sächsischen Staatsinstituts für Bildung und Schulentwicklung.
  • Dossiers des Aktionsbündnisses Tolerantes Brandenburg mit Zahlen und Hintergründen zu den Themen: Flucht und Geflüchtete, Islam, Islamismus und Einwanderung.
  • Bundeszentrale für Politische Bildung (2016): Was heißt hier Demokratie? Reihe Thema im Unterricht. 36 Arbeitsblätter für den Unterricht in der Sek.I sowie Handreichung für Lehrkräfte.
  • Aktuelles zum Thema Demokratiebildung auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg.

Beschlüsse der Kultusministerkonferenz, (rechtliche) Rahmenbedingungen

 

(zu 1) Vgl. https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/demokratie-braucht-ueberzeugte-und-engagierte-demokraten-empfehlungen-zur-demokratie-und-menschenr.html